Completed Research Project
- Title / Titel

- New forms of habitation? – An empirical study
- Summary / Zusammenfassung
- Im Lauf der Studie formulieren Bauherren, Planer, Berater und Wohnraumnutzer ihre
Bedürfnisse bezüglich Veränderbarkeit von Wohnraum, Selbstbestimmung der Nut-
zer, individuelles Wohnen, soziale Kontakte im Wohnbereich, mögliche Zusatznutzen
(Services) und die Kostensituation im Wohnbau. Die Studie dokumentiert die Aussa-
gen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Veränderbarkeit ist eigentlich ein Muss
Die Veränderbarkeit des Wohnraums ist ein Muss, weil sich die Gesellschaft verän-
dert und weil sich die Lebensumstände der Menschen heute schneller ändern. Daran
zweifelt niemand. Man ist sich bewusst, dass eine höhere Variabilität und eine grös-
sere Flexibilität beim Bau von Wohnraum notwenig wäre. Ebenso wäre mehr nut-
zungsneutrales Bauen und «Wohnen auf Zeit» für bestimmte Lebenssituationen und
-abschnitte gefordert. Demgegenüber stehen jedoch die Erfahrungen von Architekten
und Planern, die besagen, dass die Nutzer Mühe haben mit kreativem, veränderba-
rem Wohnraum umzugehen. Eine zentrale Aussage dazu: «Wir versuchen die Men-
schen individueller zu machen, als sie sind». Berater und Ausführende machen je-
doch auch die Erfahrung, dass kreative Projekte oft am Sicherheits- und Renditeden-
ken von Investoren scheitern. «Die orientieren sich vor allem am Bekannten», erklär-
te ein Berater dazu. Ein Problem scheint auch die Anonymität von grossen Bauher-
ren zu sein: «Man scheut die Verantwortung. Deshalb macht man es so, wie man es
gewohnt ist, dann macht man nichts falsch».
Wahlfreiheit und Selbstbestimmung eingeschränkt
«Ich denke, dass 98% der Menschen nicht so wohnen, wie sie gerne möchten. Das
Problem ist, dass sie gar nicht wissen, wie sie wohnen könnten, denn sie haben kei-
ne Auswahl. Gebaut wird, was die Leute nach Meinung der Investoren mögen. Die
Leute müssen es zwangsläufig mieten, oder kaufen. Also nimmt man an, dass sie es
wollen». Diese Aussage eines Beraters zeigt, dass die Wahlfreiheit eingeschränkt ist.
Das Bedürfnis nach individuellem Wohnraum – zum Beispiel: Mehr Auswahl, speziel-
lere Wohnungen, Neubauten mit dem Charme von Altwohnungen - besteht zwar,
doch die Nutzer müssen zuerst lernen, ihre Bedürfnisse aktiv anzumelden. Dies gilt
auch für das Bedürfnis nach Selbstbestimmung. Bisher werden Mieter verwaltet. Mo-
delle, bei denen die Mieter «ihr Haus» selbst verwalten, würden die Zufriedenheit
und die sozialen Kontakte fördern. Umgesetzt wird bisher wenig. Deshalb richtete ein
Architekt folgende Botschaft an die Adresse der Investoren: «Wenn ihr weiterhin nur
0815 baut, werdet ihr bald nicht mehr vermieten können». Im Lauf der Studie formulierten Bauherren, Planer, Berater und Wohnraumnutzer ihre
Bedürfnisse bezüglich Veränderbarkeit von Wohnraum, Selbstbestimmung der Nut-
zer, individuelles Wohnen, soziale Kontakte im Wohnbereich, mögliche Zusatznutzen
(Services) und die Kostensituation im Wohnbau. Die Studie dokumentiert die Aussa-
gen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Veränderbarkeit ist eigentlich ein Muss
Die Veränderbarkeit des Wohnraums ist ein Muss, weil sich die Gesellschaft verän-
dert und weil sich die Lebensumstände der Menschen heute schneller ändern. Daran
zweifelt niemand. Man ist sich bewusst, dass eine höhere Variabilität und eine grös-
sere Flexibilität beim Bau von Wohnraum notwenig wäre. Ebenso wäre mehr nut-
zungsneutrales Bauen und «Wohnen auf Zeit» für bestimmte Lebenssituationen und
-abschnitte gefordert. Demgegenüber stehen jedoch die Erfahrungen von Architekten
und Planern, die besagen, dass die Nutzer Mühe haben mit kreativem, veränderba-
rem Wohnraum umzugehen. Eine zentrale Aussage dazu: «Wir versuchen die Men-
schen individueller zu machen, als sie sind». Berater und Ausführende machen je-
doch auch die Erfahrung, dass kreative Projekte oft am Sicherheits- und Renditeden-
ken von Investoren scheitern. «Die orientieren sich vor allem am Bekannten», erklär-
te ein Berater dazu. Ein Problem scheint auch die Anonymität von grossen Bauher-
ren zu sein: «Man scheut die Verantwortung. Deshalb macht man es so, wie man es
gewohnt ist, dann macht man nichts falsch».
Wahlfreiheit und Selbstbestimmung eingeschränkt
«Ich denke, dass 98% der Menschen nicht so wohnen, wie sie gerne möchten. Das
Problem ist, dass sie gar nicht wissen, wie sie wohnen könnten, denn sie haben kei-
ne Auswahl. Gebaut wird, was die Leute nach Meinung der Investoren mögen. Die
Leute müssen es zwangsläufig mieten, oder kaufen. Also nimmt man an, dass sie es
wollen». Diese Aussage eines Beraters zeigt, dass die Wahlfreiheit eingeschränkt ist.
Das Bedürfnis nach individuellem Wohnraum – zum Beispiel: Mehr Auswahl, speziel-
lere Wohnungen, Neubauten mit dem Charme von Altwohnungen - besteht zwar,
doch die Nutzer müssen zuerst lernen, ihre Bedürfnisse aktiv anzumelden. Dies gilt
auch für das Bedürfnis nach Selbstbestimmung. Bisher werden Mieter verwaltet. Mo-
delle, bei denen die Mieter «ihr Haus» selbst verwalten, würden die Zufriedenheit
und die sozialen Kontakte fördern. Umgesetzt wird bisher wenig. Deshalb richtete ein
Architekt folgende Botschaft an die Adresse der Investoren: «Wenn ihr weiterhin nur
0815 baut, werdet ihr bald nicht mehr vermieten können».
Pressemitteilung
Möglichkeit zu sozialen Kontakten ungenügend
Ein Vermieter stellte fest: «Wenn wir soziale Kontakte im Wohnbereich als neue Be-
dürfnisse darstellen, ist das die grösstmögliche Kritik an der Praxis, denn soziale
Kontakte sind ein Urbedürfnis». Die Benutzerstudie zeigt jedoch eindeutig, dass die
Gelegenheiten zu sozialen Kontakten im heutigen Angebot ungenügend sind. Mög-
lichkeiten um den sozialen Kontakt zu fördern gäbe es viele: Lebensabschnittwoh-
nen, Gemeinschaftsnutzungen, Erdgeschossnutzungen und spezielle Begegnung-
sorte. Dem steht allerdings die Tatsache gegenüber, dass der Wunsch nach Aus-
tausch heute nach folgendem Motto funktioniert: «Sozialer Kontakt ja, aber bitte nur
dann, wenn mir danach zu Mute ist; meine Privatsphäre ist mir ebenso wichtig».
Kurz gesagt: Man will «alleine gemeinsam leben», was baulich nicht ganz einfach
umzusetzen ist.
Zusatznutzen für spezielle Zielgruppen
Unter Zusatznutzen werden Services wie Fitnessraum, Waschsalon, Coiffeur, Spitex
Bewachung usw. verstanden. Wohnungen mit Zusatznutzen sind am ehesten etwas
für spezifische Zielgruppen wie zum Beispiel Studentengemeinschaften, Senioren,
oder Wochenaufenthalter. «Eine Gemeinschaftsinfrastruktur kann dazu führen, dass
die Leute mehr soziale Kontakte pflegen und die Verbundenheit mit der Siedlung da-
durch grösser ist», erklärte ein Sozialberater. Zusatznutzen sind zudem eine Chance,
dafür, dass mehrere Generationen einer Familie in der gleichen Siedlung leben und
sich gegenseitig unterstützen können. Die Teilnehmer der Fokusgruppen waren sich
jedoch einig, dass die Nutzer von Zusatzangeboten auch bereit sein müssen, für den
Mehrwert zu bezahlen.
Umkehr der Prioritäten im Wohnbau?
«Ich spüre eine riesige Diskrepanz zwischen der Forderung nach günstigem Wohn-
raum und den aufkommenden Bedürfnissen», gab ein Architekt zu Protokoll. Tat-
sächlich sind die Wohnbaukosten für viele Menschen bereits jetzt viel zu hoch. Kos-
tengünstiger Wohnraum fehlt zudem. Neue Bedürfnisse würden das Angebot zusätz-
lich verteuern. Nach Meinung von Investoren und Ausführenden könnten zusätzliche
Bedürfnisse nur befriedigt werden, wenn an anderen Orten eingespart würde. Aller-
dings könnte dadurch auch eine Umkehr der Prioritäten eingeleitet werden, denn es
fragt sich, ob «der Glaskeramikherd, der Granitplattenboden und mehrere Tiefkühler»
wirklich einem Bedürfnis entsprechen. Die Diskussionsrunden zeigten jedoch auch,
dass es in der Schweiz aufgrund unserer Bauvorschriften schwierig ist, wirklich güns-
tig zu bauen.
Kommunikationsdefizite als Ursache
Eines illustrierte der bisherige Studienverlauf deutlich: Im Dreieck Auftraggeber, Aus-
führende, Nutzer kommunizieren Auftraggeber und Ausführende nicht genug mitein-
ander. Sie schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu, oder orten ihn aus-
serhalb, z.B. in vielfältigen Gründen, weshalb es nicht möglich ist, die Nutzerbedürf-
nisse zu erfüllen. Die Folge ist, dass Architekten von Bauherren mutige Aufgaben-
stellungen erwarten und die Bauherren von Architekten innovative Lösungen. Zudem
ist der Nutzer von der Diskussion der Macher weitgehend ausgeschlossen, bzw.
macht seine Bedürfnisse zuwenig klar geltend. Um herauszufinden, ob die Nutzer
von innovativen Projekten tatsächlich zufriedener sind, werden in der vierten Stu-
dienphase Personen interviewt, die in für sie «idealen» Wohnverhältnissen leben.
Die vierte Studienphase wird in Buchform veröffentlicht. Es wird im Frühjahr 2007 auf
den Markt kommen. (Abstract Text: Ralph Bode, Creafactory®)
- Publications / Publikationen
- Janine Pilloud (2004). Wohnzeiten. Wohnbedürfnisse im gesellschaftlichen Wandel. Zürich: Rüegger.
Janine Pilloud (2006). Wohnen wie gewohnt? "Neue" Wohnbedürfnisse aus der Sicht von Bewohnern und Machern. Lizentiatsarbeit, Philosophische Fakultät, Universität Zürich
- Keywords / Suchbegriffe
- habitation, needs, architekture, environmental design
- Project Leadership and Contacts /
Projektleitung und Kontakte
- Other Links to external Webpages
- http://www.hig.ch/
http://www.wohnalternativen.ch/
- Funding Source(s) /
Unterstützt durch - Private Sector (e.g. Industry)
HIG Immobilienstiftung
- In Collaboration with /
In Zusammenarbeit mit
| Dr. Werner Schaeppi, dipl. Architekt HTL Mark Gilg, Creafactory®, Zug | Switzerland |
- Duration of Project / Projektdauer
- Apr 2004 to Jul 2007